Das Jahr 2025 geht zu Ende und mit ihm eine traurige Bilanz des Krefelder Verkehrs: 10 nicht-motorisierte Verkehrstote (Fußgänger oder Radfahrer) gab es in diesem Jahr – so viele wie in den letzten 10 Jahren zusammen. Die Polizei Krefeld resümierte hierzu, dass die „vielen Toten […] ein statistischer Ausreißer“ seien.
Irritiert zeigt sich hierüber die Ratsgruppe LUKS.
Ratsherr und planungspolitischer Sprecher Marcus Lamprecht reagiert: „Von einem statistischen Ausreißer kann man erst dann sprechen, wenn sich dieser traurige Trend in den nächsten Jahren nicht fortsetzt. Solch ein Resümee ist zum jetzigen Zeitpunkt sachlich schlicht falsch. Die Verkehrstoten haben Ursachen und sind kein Ergebnis eines statistischen Zufalls.“
Kern seiner Kritik ist jedoch die Einseitigkeit der polizeilichen Öffentlichkeitsarbeit anlässlich der Toten. „Gebetsmühlenartig predigt die Polizei helle und reflektierende Kleidung für Radfahrer*innen. Das ist in diesem Kontext schon unpassend, weil sich die Unfälle überwiegend zu Tageslichtzeiten ereigneten. Komplett verkannt wird dabei, dass es weit effektivere Sicherheitsmaßnahmen gibt, für die sich die Polizei außerhalb ihrer Kontrollen einsetzen könnte. Bei immer mehr und größeren Autos braucht es eigentlich Forderungen der Polizei für eine Reduktion des motorisierten Verkehrs, strukturelle bauliche Verbesserungen für sicherere Wege, Verkehrsregulierung und zudem Schulungen und Öffentlichkeitsarbeit zu Fehlverhalten von KfZ-Fahrer*innen“.
Stattdessen wirke das Polizeistatement für die Ratsgruppe LUKS wie ein Akzeptieren des Status Quo und Aufforderung an die schwächsten Verkehrsteilnehmer*innen, sich an die Gefahren anzupassen, statt Gefahren langfristig zu reduzieren.
Auch an Kritik gegenüber der Verwaltung spart der planungpolitische Sprecher nicht: „Die Verkehrswende in Krefeld wird wissentlich liegen gelassen. Die Probleme sind seit Langem bekannt, Handlungen erfolgen nicht. Die Verwaltung hält einen Sicherheitsgipfel für die Innenstadt ab bei gefühlter, nicht belegbaren Unsicherheit, während die reale Unsicherheit im Straßenverkehr nicht zu einem Krisengipfel mit Aktionsplan und einem echten Verbesserungswillen führt.“
In der Vergangenheit habe es sehr vereinzelt auch Positivbeispiele gegeben, wie z.B. die Anpassung der Verkehrsführung der Voltastraße nach einem tragischen Unfall an dieser Stelle. Solche Positivbeispiele, die Sicherheitsverbesserungen aller Verkehrsteilnehmer*innen in den Blick nehmen würden, seien für die Ratsgruppe sowohl bei Polizei als auch Verwaltung viel eher ein statistischer Ausreißer der letzten Jahrzehnte.
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