Autor: Björna Althoff

  • Ortsübliche Vergleichsmiete 08.12.25

    Ortsübliche Vergleichsmiete 8.12.25

    Ratsgruppe LUKS stellt Antrag für bezahlbareres Wohnen in Krefeld

    In Deutschland steigen die Mieten dramatisch, laut Mietenreport des Mieterbundes befürchtet rund ein Drittel der Mieter*innen, die eigene Miete künftig nicht mehr zahlen zu können. Umzugswünsche könnten aufgrund zu hoher Miet- und Umzugskosten nicht realisiert werden.

    Obwohl einkommensschwache Haushalte und z.B. Alleinerziehende noch härter betroffen sind, ist die Mietbelastung längst in der Mitte der Bevölkerung angekommen: Auch Haushalte mit mittlerem Einkommen geraten zunehmend in extreme Überlastung und Zahlungsrückstände: Mehr als ein Drittel aller Mieter:innenhaushalte gibt über 30 Prozent des verfügbaren Einkommens für die Miete aus, rund 13 Prozent aller Mieter:innen sogar über 40 Prozent. Für die Ratsgruppe LUKS bedeutet das, dass die Kommune ihre kommunalpolitischen Handlungsmöglichkeiten zur Eindämmung der steigenden Mieten schneller und effizienter nutzen muss solange eine Mietpreisbremse auf Bundesebene fehlt.

    Zuletzt sei jedoch das Gegenteil durch die Stadt bewirkt worden: „Im Krefelder Mietspiegel wurde die ortsübliche Vergleichsmiete um 10% erhöht. Das ist extrem viel und hat starke Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt, denn in Städten, in denen die gesetzliche Mietpreisbremse gilt, ist die ortsübliche Vergleichsmiete die juristisch bindende Größe. Wenn nun die Stadt die Vergleichsmiete schon um 10% anhebt, dann können die Vermieter*innen nochmal weitere 10% erhöhen und in Krefeld sind dadurch Mieterhöhungen um 21% möglich. Auch die Werte für rechtswidrige Mietwucher werden damit zu Ungunsten der Mieter*innen verschoben“, fasst Ratsfrau Björna Althoff zusammen.

    Ihr Ratskollege Marcus Lamprecht ergänzt: „Die Stadt hat es in der Hand, wie hoch die ortsübliche Vergleichsmiete bemessen wird und in Krefeld fließen einfach viel zu viele Neuvermietungen in die Berechnung ein – vor Plausibilitätsprüfung betrug der Anteil von Neuvermietungen 90%, obwohl es auf der Hand liegt, dass sich nicht 90% der Krefelder Wohnungen in Neuvermietung befinden. Diese Neuvermietungen haben aber höhere Mietpreise und erhöhen dann die Vergleichsmiete überproportional. Wir haben deswegen einen Antrag für den kommenden Rat gestellt, durch den die Stadt beauftragt wird, die Vergleichsmiete mit einem repräsentativen Anteil von Bestandsmieten neu zu berechnen.“

    Die beiden Ratsleute der Ratsgruppe LUKS zeigen sich optimistisch, dass auch die SPD dem Antrag zustimmen wird, da ihr OB-Kandidat sich auf der Podiumsdiskussion vor der Stichwahl aufgeschlossen gegenüber einer repräsentativeren Berechnungsmethode gezeigt hatte. Wenig hilfreich bewerten Ratsfrau Althoff und Ratsherr Lamprecht die zuletzt in der Presse gelobten zahlreichen Baugenehmigungen: „Schaut man sich z.B. die Krefelder Höfe an, ist das ein Luxus-Wohnnprojekt. Die Kaltmietpreise sollen 24€ pro Quadratmeter betragen – das verschlechtert die Vergleichsmiete weiter und ist keinesfalls dringend benötigter bezahlbarer, sozialer Wohnraum.

    Die Wohnstätte hat demgegenüber keinerlei Baugenehmigung für sozialen Wohnungsbau erhalten oder umgesetzt. Trotz aller Entwicklungen hat die GroKo die Wohnraumschutzsatzung auf die Tagesordnung des Rates gesetzt, wie der Presse zu entnehmen war, um sie nicht in Kraft treten zu lassen. Das wäre ein Schlag ins Gesicht für alle Krefelder*innen, die auf Mietwohnungen angewiesen sind. SPD und CDU haben sowohl zur Bundestagswahl als auch zur Kommunalwahl Versprechen für bezahlbares Wohnen gegeben -jetzt muss geliefert, statt zurückgerudert werden, denn die Mietenkrise ist da und braucht jetzt vor Ort Antworten.“

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  • Zusammenfassung der Ratssitzung vom 11.12.2025

    Zusammenfassung der Ratssitzung vom 11.12.2025

    Zusammenfassung der Ratssitzung vom 11.12.2025

    Am 11.12.2025 hatten wir eine Mammut-Ratssitzung, inklusive Sitzungsunterbrechungen 8Stunden und 40 Minuten, bis kurz vor 2:00 nachts.

    Zusammenfassung vorweg:
    Die Ratssitzung hat erneut gezeigt, dass die Krefelder SPD und CDU eine inhaltsbefreite Machtkoalition geschmiedet haben. Argumenten scheint die Koalition nicht zugänglich – es geht um Posten und Durchregieren. Da zählen Prestige-Bauprojekte und Neubau wieder mehr als echter bezahlbarer Wohnraum. Wenig Hoffnung bleibt auch für die Themen Umwelt- und Klimaschutz: Das Koalitionspapier ist immer noch nicht öffentlich und das, was beide der Presse zu Klimaschutz gesagt haben, ging nicht über gesetzliche Pflichten wie die kommunale Wärmeplanung hinaus oder will Errungenschaften wie die Baumschutzsatzung aufweichen. Auch wenn es schwierig scheint, für progressive Themen Mehrheiten zu erreichen: Die GroKo zeigte bereits deutliche Risse bei der Stadtdirektorwahl. In den nächsten 5 Jahren wird der öffentliche Druck aus der Bürgerschaft für die Themen Klima, Wohnen, Soziales und Umwelt wichtiger denn je werden, damit kommunalpolitisch nicht noch mehr Schritte rückwärts stattfinden.

    Nun zur Ratssitzung: 

    Auf der Agenda standen reichlich Themen:
    Beigeordneten- und Stadtdirektorwahl Markus Schön

    Obwohl noch reichlich Zeit bis zur notwendigen Wiederwahl ist (6 Monate), sollte Herr Schön bereits in dieser Ratssitzung erneut zum Beigeordneten und auch zum Stadtdirektor gewählt werden. Die Ratsgruppe LUKS hat sich in beiden Punkten gegen die Wiederwahl ausgesprochen, weil Herr Schön aus unserer Sicht zwar aus sozialer Sicht ein guter Politiker sein mag, jedoch als Beamter fehlplatziert ist, da er leider zu häufig gezeigt hat, dass er nicht bereit ist, die mit dem Beruf verbundenen Beamtenpflichten wie Neutralitätspflicht und Wahrheitspflicht zu erfüllen. Herr Schön wurde mit 40 Stimmen (von 59) zum Beigeordneten wiedergewählt. Für die Wahl zum Stadtdirektor hat LUKS eine geheime Abstimmung beantragt – das Ergebnis war sehr knapp, mit nur 29 Stimmen dafür, 27 dagegen und 3 Enthaltungen. Da die Freien Wähler angekündigt hatten, ihre beiden Stimmen Herrn Schön zu geben, ist dies ein bemerkenswertes Zeichen für fehlenden Rückhalt auch in der GroKo, die alleine rechnerisch 34 Stimmen hat.

    Gremien- und Ausschusswahlen

    Kommunen haben 6 Wochen nach Beginn der neuen Ratsperiode Zeit, sich zu konstituieren, das heißt ihre Pflichtausschüsse zu bilden etc. Diese Frist wäre am 13.12. abgelaufen – wir mussten demnach Last Minute die Ausschüsse und Gremien wählen. Das kriegen andere Kommunen deutlich schneller hin, in einer statt wie in Krefeld 3 Sitzungen. Dadurch dass die GroKo sich so lange Zeit zum Konstituieren genommen hat, lag das politische Geschäft in Krefeld nun rund ein halbes Jahr still und die inhaltliche Ausschussarbeit kann erst nächstes Jahr beginnen. Auch LUKS konnte durch die Verzögerung bei einigen bereits stattgefundenen Gremiensitzungen nicht mitwirken.
    Bei den sonstigen Gremienwahlen wurden Aufsichtsratsitze gewählt. Wir freuen uns, zukünftig im KBK-Verwaltungsrat vertreten zu sein, da hier die Zuständigkeit für sehr viele Umweltthemen sind, die nicht im KLIMA-Ausschuss behandelt werden dürfen. Nach den Gremienwahlen unter TOP 10 musste ein Ratsherr der CDU krankheitsbedingt die Sitzung verlassen, wodurch die CDU -genauso wie in der letzten Ratssitzung am 20.11. – 17 statt 18 stimmberechtigte Ratsmitglieder hatte. Es gab mehrere Sitzungsunterbrechungen. Bei Tagesordnungspunkt 12 wurden die Ausschusssitze aller Ausschüsse gewählt. Obwohl die CDU nur noch 17 Ratsleute hatte, gab es 18 Stimmen für die Liste der CDU – ein Ratsherr der AfD stimmte für die CDU und veränderte so das Wahlergebnis zu Ungunsten aller kleinen Ratsgruppen. Die CDU nahm dreimal die Stimme der AfD an statt z.B. durch Stimmenkorrektur (Enthaltung eines CDU-Mitglieds) zu signalisieren, dass sie die Stimme nicht annehmen wollen. Erst nach einer langen Sitzungsunterbrechung korrigierte die CDU ihr Verhalten. Insgesamt war es erschreckend zu sehen, dass die CDU die Stimme der AfD angenommen hat und dies auch für den Tagesordnungspunkt so fortgeführt hätte, hätten die progressiven Vertreter*innen keine Sitzungsunterbrechung beantragt. Wir haben hierdurch und vorher abgestimmtes Verhalten der Progressiven leider nur einen beratenden Sitz im Kulturausschuss erhalten. LUKS ist in allen weiteren Ausschüssen stimmberechtigt vertreten.

    Wohnraumschutzsatzung

    Das dritte große Thema war die Wohnraumschutzsatzung. Die Satzung wurde erst dieses Jahr im Mai beschlossen und sollte dazu dienen, zweckentfremdeten Wohnraum dem Wohnungsmarkt wieder zurückzuführen, damit mehr bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht ohne dass Neubau notwendig ist. In Krefeld stehen 5.000 Wohnungen leer – allein diese Wohnungen hätten erheblichen Einfluss auf Wohnungssuche und Mietpreise. Auch gegen Schrottimmobilien wäre die Satzung ein wirksamer Hebel gewesen, da mit dem Landesgesetz nur ein Ordnungsgeld möglich ist, wenn diese in unzumutbarem Zustand vermietet werden und so Bewohner*innen unter gefährlichen Umständen wohnen. Mit der Wohnraumschutzsatzung hingegen wäre bereits der Leerstand Zweckentfremdung und Ordnungswidrigkeit geworden und die Kommune hätte ein besseres und schnelleres Druckmittel in der Hand als die bisherigen langwierigen juristischen Schritte bis hin zur Enteignung. In Summe also eine gute kommunale Maßnahme im Sinne der Mieter*innen. Am 1.1.2026 hätte die Wohnraumschutzsatzung in Kraft treten sollen, doch die GroKo hat sie noch vor Inkrafttreten wieder abgesägt – trotz Versprechen des Oberbürgermeisters im Wahlkampf, an der Wohnraumschutzsatzung festzuhalten.  So fand vor der Ratssitzung eine kleine Demonstration des Sozialbündnisses zum Erhalt der Wohnraumschutzsatzung statt. Die GroKo blieb hiervon und allen Argumenten für eine Wohnraumschutzsatzung unbeeidruckt und hielt im Rat Reden, die inhaltlich das komplette Gegenteil waren zu den Worten der Parteikolleg*innen im Landtag, die den Kommunen diese Möglichkeit gegeben haben. Offensichtlich hatte der Eigentümer*innenverband Haus&Grund mit seinen polemischen Stellungnahmen mehr Einfluss auf die GroKo als die Bedürfnisse der Krefelder Mieter*innen. Negativ gesteigert wurde das Verhalten der GroKo dann auch noch damit, dass sie nicht ehrlich zu ihrem kontraproduktiven Beschluss standen, sondern diesen in blumige Bluewashingworte wie „gerechtes Wohnen für alle“ hüllten und mit ihrem Antrag suggerieren wollten, mehr statt weniger für Schrottimmobilien zu tun. Wir haben nicht nur klar Stellung im Rat bezogen, sondern auch eine namentliche Abstimmung beantragt. Ausnahmslos jede*r Sozialdemokrat*in hat seinen Namen für diesen unsozialen Beschluss hergegeben.
    Mit LUKS werden wir weiterhin am Thema bleiben, uns für die Wohnraumschutzsatzung und die Bedürfnisse der Mieter*innen einsetzen.

    Auszug weiterer, weniger debattierte Themen in der Ratssitzung:

    Ratsbürgerentscheid Olympia

    Der Rat hat beschlossen, einen Ratsbürgerentscheid für die Entscheidung zur Olympiateilnahme durchzuführen. Wir befürworten direkte Demokratieteilnahme und haben uns daher anders als die Linken FÜR den Ratsbürgerentscheid ausgesprochen. Kritisiert haben wir, dass sich die begleitende Kommunikationskampagne für uns sehr einseitig las. Wir erwarten hier transparente Informationen zu Vor- und Nachteilen der Olypiateinahme statt einseitiger Einflussnahme auf eine Bürger*innenentscheidung.

    Krefeld macht Sport

    Der Mittelverwendung aus der Pauschale „Krefeld macht Sport“ konnten wir trotz toller darin enthaltenen Maßnahmen nicht zustimmen, da die Verwaltungsvorlage eine (zeitliche) Vorauswahl von Verwaltung und Stadtsportbund war. Wir können nicht uneingeschränkt die Priorisierungen der Verwaltung als unsere annehmen und wollen zumindest die anderen Anträge kennen, bevor wir einer Priorisierung zustimmen.

    Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus 

    Wir haben einer Verwaltungsvorlage nicht zugestimmt, die die Anwendung des Gestzes zur Beschleunigung des Wohnungsbaus in Krefeld vorbereiten soll, da wir uns dafür aussprechen, dass Krefeld hierfür seine Zustimmung nicht erteilt. Die „Anstalt“ (ZDF; Link:…) hat kürzlich die Unzulänglichkeiten des Gesetzes ausführlich erläutert. Sie betreffen insbesondere mangelnde Beteiligung, mangelnde Umweltprüfungen sowie so lange Genehmigungs- und Bauzeiten, dass der zusätzliche Wohnungsbau nicht kurzfristig erwartbar ist und somit anders als die Reaktivierung vorhandenen Wohnraums (siehe oben Wohnraumschutzsatzung) keine zeitnahe Antwort auf die Miet- und Wohnungsmarktkrise darstellt.


    Nahverkehrsplan

    Auch einer Änderung des Nahverkehrsplans haben wir nicht unsere Stimmen gegeben, die die Straßenbahnnetzerweiterung zwischen Grundend und dem Baugebiet Fischeln Süd/West aus der Planung nehmen sollte. Die in der Vorlage aufgeführten Ablehnungsgründe waren recht einseitige Argumente für mehr Bauland. Für die Ratsgruppe LUKS stellt eine Straßenbahnoption jedoch eine höhere Priorität dar, da diese einen klimafreundlichen, effizienten Transport von mehr Menschen in kürzerer Zeit realisieren kann.

    Gebührensatzung für die öffentliche Abfallentsorgung des KBK

    Die Beschlussvorlage für die öffentliche Abfallentsorgung des KBKs enthielt Kostensteigerungen bei kleineren Abfallmengen während große Abfallmengen Kostenreduktionen erhalten sollen. Das schafft aus unserer Sicht falsche Anreize und erhielt somit unsere Gegenstimmen.

    Abwassergebührensatzung

    Auch die Abwassergebührensatzung führt aus unserer Sicht zu falschen Anreizen, da sie das Einleiten von Grundwasser in die Kanalisation auf fast ein Drittel der ursprünglichen Kosten reduzieren sollte. In Zeiten des Klimawandels und zunehmender Problematiken beim Süßwasservorkommen sind solche Kostensenkungen (auch für Bauprojekte) kontraproduktiv. Leider war die Ratsgruppe LUKS die einzige, die gegen diese Kostenreduktion gestimmt hat.

    Finanzielle Grundsatzentscheidungen
    Wir haben uns bei den Tagesordnungspunkten „Behandlung der Bilanzierungshilfe“, Behandlung der Bilanzierungshilfe des ZGM“ sowie „Festsetzung des Höchstbetrages des Liquiditätskredite“ enthalten, da uns für solche Entscheidungen Angaben zu Tilgen, Zinsen und dem Haushalt 2026 allgemein fehlten.

    PFAS – Anfrage der Ratsgruppe LUKS 

    Unsere Anfrage zu den PFAS-Ergebnissen des BUND wurde aus unserer Sicht von der Verwaltung maximal ausweichend und unzureichend beantwortet. Ein Problembewusstsein, Aufklärung sowie reagierendes und präventives Handeln scheint bei der Verwaltung hinsichtlich dieser gefährlichen Ewigkeitschemikalien zu fehlen.

    Eigene Anträge

    Mangels bis dato vorhandener Ausschüsse haben wir zwei inhaltliche Anträge im Rat gestellt (siehe Download): Ein Antrag setzt sich für die repräsentativere Berechnung der ortsüblichen Vergleichsmiete in Krefeld und somit bezahlbares Wohnen ein. Der zweite Antrag ist ein gemeinsamer Antrag mit Grünen und Linken, der die Einrichtung eines Unterausschusses „Gedenken und Erinnerungskultur“ des Kulturausschusses bezweckt. Beide Anträge sind (auf unbestimmte Zeit) in den Fachausschuss verwiesen worden.

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  • Der lokal-o-mat, eine Entscheidungshilfe für die Kommunalwahl in NRW

    Ab 20.08.2025 online: Der lokal-o-mat, eine Entscheidungshilfe für die Kommunalwahl in NRW am 14.09.2025 [ lokal-o-mat.de ]

    Ab 20.08.2025 online: Der lokal-o-mat, eine Entscheidungs­hilfe für die Kommunalwahl in NRW am 14.09.2025 [ lokal-o-mat.de ]

    Rechtzeitig zur Wahl erscheint in NRW der lokal-o-mat, die regionale Schwester des bundesweit eingesetzten Wahl-O-Mat. Die LUKS hat sich beteiligt. Ihre Positionen finden sich im lokal-o-mat wieder und tragen dazu bei, eine Wahlentscheidung informiert zu treffen. Damit steht die LUKS in direktem inhaltlichen Vergleich mit den übrigen Bewerbern.

    Den lokal-o-mat gibt es für die folgenden Kommunen: Aachen, Köln, Haan, Düsseldorf, Krefeld, Duisburg, Witten, Coesfeld, Münster und Gütersloh. Er geht auf die kommunalen Schwerpunkte in den einzelnen beteiligten zehn Kommunen ein.

    Nutzt dieses wichtige Instrument der Entscheidungsfindung! Wir freuen uns auch über eine Rückmeldung an lukskrefeld@posteo.de.

    Hierzu einige Informationen direkt aus der Webseite lokal-o-mat.de:

    Der lokal-o-mat wird entwickelt vom Wahl-O-Mat-Forschungsteam der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Marschall. Bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen 2025 erhalten insgesamt zehn Kommunen eine eigene Version des Tools – in jedem Regierungsbezirk mindestens eine.

    Der lokal-o-mat ist ein Angebot der politischen Bildung. Er gibt Wählerinnen und Wählern vor Kommunalwahlen die Möglichkeit, sich über die inhaltliche Ausrichtung der Parteien und die relevanten Themen der Wahl zu informieren.

    Anhand von unterschiedlichen Thesen können die Nutzerinnen und Nutzer des lokal-o-mat ihre eigenen Positionen mit denen der teilnehmenden Parteien und Wählergemeinschaften vergleichen. Aus dem Vergleich der Antworten zu 30 unterschiedlichen Thesen errechnet der lokal-o-mat den Grad der Übereinstimmungen zu den einzelnen Parteien und Wählergemeinschaften.

    Nacheinander werden den Nutzerinnen und Nutzern 30 aktuelle kommunalpolitische Thesen angezeigt, die mit „stimme zu“, „neutral“ oder „stimme nicht zu“ beantwortet werden können. Alternativ können Thesen auch übersprungen werden, in diesem Fall werden die entsprechenden Thesen bei der Berechnung des Ergebnisses ignoriert.

    Am Ende können einzelne Thesen, die den Nutzerinnen und Nutzern besonders wichtig sind, gewichtet werden. Nach Beantwortung und Gewichtung der Thesen können die Nutzerinnen und Nutzer die Parteien auswählen, die in den Vergleich aufgenommen werden sollen. Die Ergebnisanzeige zeigt dann die ausgewählten Parteien und den jeweiligen Grad der Übereinstimmungen an.

    Außerdem kann man in der Übersicht für jede einzelne These auch die eigene Position mit der Position der Partei im Vergleich anzeigen und die Begründungen der Parteien zu ihren Antworten nachlesen.

    Die Parteien und Wählergemeinschaften werden vor Veröffentlichung des lokal-o-mat gebeten, zu den Thesen Stellung zu beziehen und ihre Positionen zu erläutern. Die Antworten sind damit durch die Parteien und Wählergemeinschaften autorisiert und werden vom lokal-o-mat Team nicht verändert.

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  • LUKS: Kommunale Politik für gerechte Chancen in den Sozialräumen!

    LUKS: Kommunale Politik für gerechte Chancen in den Sozialräumen!

    LUKS: Kommunale Politik für gerechte Chancen in den Sozialräumen!

    LUKS: Kommunale Politik für gerechte Chancen in den Sozialräumen!

    Die Lebenswirklichkeit der Menschen zeigt sich konkret in ihrem direkten Wohnumfeld. Ob es in einer Stadt gerecht zugeht, das ist vor Ort am besten zu erkennen. Hier zeigt sich, wo kommunale Politik ansetzen muss.

    Hauptergebnisse:

    1. Im Zentrum steht für uns die Jugend. Wenn Sozialräume ein hohes Defizit an gerechten Lebenschancen aufweisen, dann sind es auch Bezirke mit einem hohen Anteil an Jugendlichen. Umweltbelastungen, fehlende Erziehungs- und Bildungseinrichtungen gehen einher mit einem sozialen Umfeld, das es schwierig macht, Chancen zu ergreifen. Das bedeutet für uns: Jugendpolitik ist Sozialpolitik ist Klimapolitik.

    2. Das hervorstechendste Merkmal ist das Ausmaß der Ungleichheit, welche zwischen den Bezirken herrscht. Dass es Unterschiede gibt, steht außer Zweifel, aber die schockierende Höhe überrascht, zumal wenn man bedenkt, daß in der ersten Gruppe ein Viertel der Einwohner erfasst ist. In der ersten Gruppe stehen die Chancen um ein Fünffaches schlechter als in der sechsten Gruppe!

    3. Die Belastung durch Umwelteinflüsse hängt sehr eng mit der Bevölkerungsdichte zusammen. Diese wiederum ist stark sozial beeinflusst. Arm wohnt dicht. Armut ist ein krasses ökologisches Risiko.

    4. Bildungsferne hat eine konkrete räumliche Dimension. Kindertagesstätten und Grundschulen liegen oftmals nicht unmittelbar wohnungsnah. Es müssen erst einmal Wege zurückgelegt werden. Die ersten Hürden sind die höchsten. Dies hat schwerwiegende Folgen für die Entwicklung kindlicher Fähigkeiten.

    5. Arm wohnt eng. Sowohl die Wohnqualität in bezug auf die Fläche der einzelnen Wohnung als auch in bezug auf die Ballung der Wohnungen ist ein deutliches Zeichen der Benachteiligung.

    6. Der Faktor Migration ist ein Verstärker. Menschen mit Migrationshintergrund haben es schwerer, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und zu betätigen. Sie müssen zudem erst mannigfache Beeinträchtigungen überwinden, um sich zu entfalten. Sie können der Gesellschaft nur wenig zurückgeben, weil sie nur wenig empfangen haben.

    7. Arbeitslose, Menschen mit beeinträchtigter Erwerbsfähigkeit und alte Menschen mit zu niedrigen Renten beziehen SGB-Leistungen. Im Durchschnitt ist ein Fünftel der gesamten Bevölkerung Leistungsbezieher. Aber: Es gibt Bezirke, in denen dies für zwei Fünftel der Bevölkerung zutrifft. Menschen mit zu wenig Entfaltungschancen wohnen und leben häufig beieinander. Das verlängert und vermindert den Ausschluss von Möglichkeiten sich zu entwickeln.
    Wie sind wir zu unseren Ergebnissen gekommen?

    Wir haben in der amtlichen Statistik Messgrößen für bestimmte Themen gesucht. Für die Umweltqualität konnten wir uns z.B. ansehen, wie viele Menschen auf einem Quadratkilometer zusammenleben (Bevölkerungsdichte). Eine sehr hohe Bevölkerungsdichte führt zu einem sehr niedrigen Wert – und umgekehrt. Weiter haben wir uns für die Umweltqualität daran orientiert, wie viele Häuser mit mehr als sieben Wohnungen es in einem Bezirk gibt. Je mehr Häuser mit vielen Wohnungen, desto niedriger der Wert – und umgekehrt.

    Insgesamt haben wir zwölf solcher Messgrößen verwendet. Uns ging es neben dem Wohnen um die Plätze in Kindertagesstätten und Grundschulen, um den Anteil der Frauen, die mehr als nur geringfügig beschäftigt sind, um den Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund und um die Bezieher*innen von SGB-Leistungen. Wenn ein Bezirk es bei vielen Messgrößen jeweils nur zu einem niedrigen Wert geschafft hat, dann hat er insgesamt nur wenige Punkte.

    Die Ergebnisse schwanken von 25 Punkten für den Bezirk Schinkenplatz und 215 Punkten für den Bezirk Traar-West. Das ist eine extrem hohe Spannweite. Wir haben sie durch die Bildung von Gruppen und Durchschnitten gemildert. Gleichwohl ist das, was als Segregation bezeichnet wird, in Krefeld sehr stark ausgeprägt.

    Nun stellen wir die Messgrößen ein wenig genauer vor:

    Die Ergebnisse im Detail: Welche Messgrößen wir benutzen:
    1. Bevölkerungsdichte und ökologische Lebensqualität:
      Viele Menschen müssen sehr dicht aufeinander leben. Die ersten Wahrnehmungen der Umwelt sind Lärm, Gestank, Beton und Asphalt. Grün, Stille, Weiträumigkeit – was uns Ruhe und Ausgleich verschafft, das fehlt.
    2. Bildung:
      Wer am leichtesten Entfernungen überbrücken kann, für den liegen Kindertagesstätten und Grundschulen meist in der Nähe. Wer sich schwertut, sein Kind betreuen zu lassen, weil er kein Auto hat oder zu wenig Geld, der hat noch dazu größere Entfernungen zurückzulegen. Besser eine Betreuung in einem ehemaligen Ladenlokal als hoch getunte Kinderzentren.
    3. Erwerbstätigkeit:
      Am Erwerbsleben teilzunehmen, sollte heißen: seine Fähigkeiten unter Beweis stellen zu können, mit Menschen zusammen etwas zu leisten, nicht nur sinnlose Tätigkeiten, Stress, Konkurrenz, Hierarchien und Meetings. Weibliche Erwerbstätigkeit, sofern sie nicht ohnehin nicht nur nötig, sondern auch gewünscht ist, enthält einen Akzent der Qualifikation und der Motivation gegenüber der Erwerbsbeschäftigung insgesamt. Hier führt uns ein Umweg zum Ziel, aber dafür ist er sehr aussagekräftig.
    4. Wohnen:
      Viele Menschen können sich ein Zuhause, das ihnen Ruhe und Platz zur Entfaltung bietet, schlichtweg nicht leisten. Sie müssen mit lauten, engen und teuren Buden vorliebnehmen.
    5. Migration:
      In vielen Stadtteilen haben mehr als die Hälfte oder sogar zwei Drittel der Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Das ist also eher ein selbstverständlicher Teil des Lebens. Die Kulturen kommen in Berührung. Erfahrungen werden ausgetauscht. Horizonte öffnen sich. Vielfalt ist Reichtum.
    6. SGB-Leistungsbezieher*innen:
      Vielen Menschen fehlt es an Mitteln, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Daher bedürfen sie der Unterstützung. Der Missbrauch von Leistungen ist dabei recht selten. Viel häufiger wird aber mit Armut und Wohnungsnot noch richtig Geld verdient.

    Zusatz: Angaben zu gesundheitlichen Verhältnissen fehlen auf kleinräumlicher Ebene leider vollständig. Sie müssten aus anderen Quellen rückerschlossen werden.

    Die Ergebnisse im Detail: Was sagt das für die Sozialräume aus?

    Wir haben sechs Gruppen mit jeweils sieben Sozialräumen gebildet. Die Gruppe mit den deutlichsten Bevorzugungen hat ein Fünffaches mehr an Lebensgunst aufzuweisen als die Gruppe, welche das Schlusslicht bildet! Was als Fachausdruck Segregation heißt, das ist in der Stadt Krefeld so deutlich ausgeprägt wie sonst nur im Ruhrgebiet oder in Regionen Ostdeutschlands.

    Um zu verhindern, dass sich die Ungleichheit noch weiter verfestigt, sind zahlreiche und teils kleinteilige Maßnahmen erforderlich. Ein Beispiel: Bestens ausgestattete Kinderbetreuungseinrichtungen helfen wenig, wenn sie für viele nur schwer zu erreichen sind.

    1. In der ersten Gruppe leben mit fast 60.000 Menschen ein Viertel der Bevölkerung. Es sind die Innenstadtbezirke Schinkenplatz, Stephanplatz, Vier Wälle, Südring und Stadtgarten sowie die Bezirke Bleichpfad und Lehmheide. Hier ist eine krasse Benachteiligung zu verzeichnen.
    2. Die zweite Gruppe umfasst die Bezirke Hammerschmidtplatz, Dießem, Benrad-Nord, Stahldorf, Inrath, Oppum und Baackeshof. Hier leben über 40.000 Menschen, die von deutlichen Benachteiligungen betroffen sind.
    3. Die dritte Gruppe umfasst Uerdingen-Markt, Elfrath, Gartenstadt, Linn, Cracau, Uerdingen-Stadtpark und Gatherhof mit fast 40.000 Menschen. Hier sind die Lebensverhältnisse schon leicht überdurchschnittlich.
    4. In der vierten Gruppe leben fast 30.000 Menschen. Hier sind die Bezirke Kempener Feld, Tierpark, Königshof-West, der Ortskern Hüls, Lindental/Tackheide, Hohenbudberg und Königshof. Hier können die Lebensverhältnisse als recht auskömmlich angesehen werden.
    5. Die fünfte Gruppe mit fast 40.000 Menschen umfasst Niederbruch, Roßmühle/Steeg, Fischeln-West, Oppum-Süd, Fischeln-Ost, Sollbrüggen und Kliedbruch. Hier wird schon grün und recht angenehm gelebt.
    6. In der sechsten Gruppe mit fast 30.000 Menschen sind die wohlständigen und teils ländlichen Bezirke Stadtwald, Gellep-Stratum, Forstwald, Traar-Ost, Flöthbach/Plankerdyk, Verberg und Traar-West versammelt.
    Wer möchte sich gern näher informieren?

    Wer sich für diese Arbeit näher interessiert, kann uns gerne eine Mail schreiben. Wir schicken ihm dann eine excel-Datei mit unserer Auswertung.

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  • Bezahlbares Wohnen vs. renditeorientierter Wohnbau

    Bezahlbares Wohnen vs. renditeorientierter Wohnbau

    Bezahlbares Wohnen vs. rendite­orientierter Wohnbau

    Bezahlbares Wohnen vs. rendite­orientierter Wohnbau

    6,36 €/qm-Miete im Sozialen Wohnungsbau -
    oder 23,66 €/qm im renditeorientierten Wohnungsbau?

    Krefeld: Bauen nach Investorenart

    Ein Investor baut in Krefeld-Bockum an der Uerdinger Str. 245 neue Wohnungen. Generalpächter ist die Schönes-Leben-Gruppe. Ein Beispiel: Die Miete für eine Wohnung mit 74 qm beträgt 23,66 €/Monat, das macht 1.750 €. Tröstlich: Die Miete ist indexiert…

    Quelle: krefelder-hoefe.de

    Der Durchführungsvertrag mit der Krefelder Hof Hotel GmbH als Vorhabenträger wurde im Rat am 29.08.2024 beschlossen, und zwar mit Mehrheit gegen die Stimmen der FDP, der Linken, der Freien Wähler sowie Björna Althoff bei Stimmenthaltung von Jan Hertzberg (Die Partei). Mithin haben AfD, CDU, Grüne und SPD diesem Vorhaben zugestimmt! Dazu haben wir noch eine Ergänzung: In Krefeld plakatiert die AfD:

    Und in ihrem deutschlandweiten Programm heißt es: Instrumente wie die Mietpreisbremse oder einen Mietendeckel lehnt die AfD ab und bezeichnet diese als „Investitionshemmnisse“ (Quelle: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg).

    Willich-Schiefbahn: Sozialwohnungen mit KfW 40-Standard

    Es geht aber auch völlig anders. Die Stadt Willich hat in Schiefbahn 30 Sozialwohnungen mit KfW-40-Standard und Fußbodenheizung gebaut. Alle Wohnungen haben Balkon/Terrasse, bodentiefe Fenster und sind barrierefrei. Die Gebäude werden in Holzbauweise errichtet. Die Mieten betragen ab 6,36 €/qm bei einer 2-Zimmer-Wohnung und ab 6,77 €/qm bei einer 3-Zimmer-Wohnung. Neben der Stadt Willich beteiligen sich die NRW-Bank und die KfW.

    Quelle: werkn.de

    LUKS fordert:
    Die Stadt Krefeld muss sich über die Wohnstätte viel stärker im sozialen Wohnungsbau engagieren! Wohnprojekte von Investoren mit hochpreisigen Mieten sind exakt der falsche Weg, um dem Mangel an bezahlbaren Wohnraum zu begegnen!

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