Kategorie: Allgemein

  • Der lokal-o-mat, eine Entscheidungshilfe für die Kommunalwahl in NRW

    Ab 20.08.2025 online: Der lokal-o-mat, eine Entscheidungshilfe für die Kommunalwahl in NRW am 14.09.2025 [ lokal-o-mat.de ]

    Ab 20.08.2025 online: Der lokal-o-mat, eine Entscheidungs­hilfe für die Kommunalwahl in NRW am 14.09.2025 [ lokal-o-mat.de ]

    Rechtzeitig zur Wahl erscheint in NRW der lokal-o-mat, die regionale Schwester des bundesweit eingesetzten Wahl-O-Mat. Die LUKS hat sich beteiligt. Ihre Positionen finden sich im lokal-o-mat wieder und tragen dazu bei, eine Wahlentscheidung informiert zu treffen. Damit steht die LUKS in direktem inhaltlichen Vergleich mit den übrigen Bewerbern.

    Den lokal-o-mat gibt es für die folgenden Kommunen: Aachen, Köln, Haan, Düsseldorf, Krefeld, Duisburg, Witten, Coesfeld, Münster und Gütersloh. Er geht auf die kommunalen Schwerpunkte in den einzelnen beteiligten zehn Kommunen ein.

    Nutzt dieses wichtige Instrument der Entscheidungsfindung! Wir freuen uns auch über eine Rückmeldung an lukskrefeld@posteo.de.

    Hierzu einige Informationen direkt aus der Webseite lokal-o-mat.de:

    Der lokal-o-mat wird entwickelt vom Wahl-O-Mat-Forschungsteam der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Marschall. Bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen 2025 erhalten insgesamt zehn Kommunen eine eigene Version des Tools – in jedem Regierungsbezirk mindestens eine.

    Der lokal-o-mat ist ein Angebot der politischen Bildung. Er gibt Wählerinnen und Wählern vor Kommunalwahlen die Möglichkeit, sich über die inhaltliche Ausrichtung der Parteien und die relevanten Themen der Wahl zu informieren.

    Anhand von unterschiedlichen Thesen können die Nutzerinnen und Nutzer des lokal-o-mat ihre eigenen Positionen mit denen der teilnehmenden Parteien und Wählergemeinschaften vergleichen. Aus dem Vergleich der Antworten zu 30 unterschiedlichen Thesen errechnet der lokal-o-mat den Grad der Übereinstimmungen zu den einzelnen Parteien und Wählergemeinschaften.

    Nacheinander werden den Nutzerinnen und Nutzern 30 aktuelle kommunalpolitische Thesen angezeigt, die mit „stimme zu“, „neutral“ oder „stimme nicht zu“ beantwortet werden können. Alternativ können Thesen auch übersprungen werden, in diesem Fall werden die entsprechenden Thesen bei der Berechnung des Ergebnisses ignoriert.

    Am Ende können einzelne Thesen, die den Nutzerinnen und Nutzern besonders wichtig sind, gewichtet werden. Nach Beantwortung und Gewichtung der Thesen können die Nutzerinnen und Nutzer die Parteien auswählen, die in den Vergleich aufgenommen werden sollen. Die Ergebnisanzeige zeigt dann die ausgewählten Parteien und den jeweiligen Grad der Übereinstimmungen an.

    Außerdem kann man in der Übersicht für jede einzelne These auch die eigene Position mit der Position der Partei im Vergleich anzeigen und die Begründungen der Parteien zu ihren Antworten nachlesen.

    Die Parteien und Wählergemeinschaften werden vor Veröffentlichung des lokal-o-mat gebeten, zu den Thesen Stellung zu beziehen und ihre Positionen zu erläutern. Die Antworten sind damit durch die Parteien und Wählergemeinschaften autorisiert und werden vom lokal-o-mat Team nicht verändert.

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    Wir würden uns freuen, von dir zu hören. Wir sind für jeden Input dankbar und beantworten gerne Fragen zu unseren Zielen, unserem Programm, oder dem Thema, das dir am Herzen liegt.

  • LUKS: Kommunale Politik für gerechte Chancen in den Sozialräumen!

    LUKS: Kommunale Politik für gerechte Chancen in den Sozialräumen!

    LUKS: Kommunale Politik für gerechte Chancen in den Sozialräumen!

    LUKS: Kommunale Politik für gerechte Chancen in den Sozialräumen!

    Die Lebenswirklichkeit der Menschen zeigt sich konkret in ihrem direkten Wohnumfeld. Ob es in einer Stadt gerecht zugeht, das ist vor Ort am besten zu erkennen. Hier zeigt sich, wo kommunale Politik ansetzen muss.

    Hauptergebnisse:

    1. Im Zentrum steht für uns die Jugend. Wenn Sozialräume ein hohes Defizit an gerechten Lebenschancen aufweisen, dann sind es auch Bezirke mit einem hohen Anteil an Jugendlichen. Umweltbelastungen, fehlende Erziehungs- und Bildungseinrichtungen gehen einher mit einem sozialen Umfeld, das es schwierig macht, Chancen zu ergreifen. Das bedeutet für uns: Jugendpolitik ist Sozialpolitik ist Klimapolitik.

    2. Das hervorstechendste Merkmal ist das Ausmaß der Ungleichheit, welche zwischen den Bezirken herrscht. Dass es Unterschiede gibt, steht außer Zweifel, aber die schockierende Höhe überrascht, zumal wenn man bedenkt, daß in der ersten Gruppe ein Viertel der Einwohner erfasst ist. In der ersten Gruppe stehen die Chancen um ein Fünffaches schlechter als in der sechsten Gruppe!

    3. Die Belastung durch Umwelteinflüsse hängt sehr eng mit der Bevölkerungsdichte zusammen. Diese wiederum ist stark sozial beeinflusst. Arm wohnt dicht. Armut ist ein krasses ökologisches Risiko.

    4. Bildungsferne hat eine konkrete räumliche Dimension. Kindertagesstätten und Grundschulen liegen oftmals nicht unmittelbar wohnungsnah. Es müssen erst einmal Wege zurückgelegt werden. Die ersten Hürden sind die höchsten. Dies hat schwerwiegende Folgen für die Entwicklung kindlicher Fähigkeiten.

    5. Arm wohnt eng. Sowohl die Wohnqualität in bezug auf die Fläche der einzelnen Wohnung als auch in bezug auf die Ballung der Wohnungen ist ein deutliches Zeichen der Benachteiligung.

    6. Der Faktor Migration ist ein Verstärker. Menschen mit Migrationshintergrund haben es schwerer, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und zu betätigen. Sie müssen zudem erst mannigfache Beeinträchtigungen überwinden, um sich zu entfalten. Sie können der Gesellschaft nur wenig zurückgeben, weil sie nur wenig empfangen haben.

    7. Arbeitslose, Menschen mit beeinträchtigter Erwerbsfähigkeit und alte Menschen mit zu niedrigen Renten beziehen SGB-Leistungen. Im Durchschnitt ist ein Fünftel der gesamten Bevölkerung Leistungsbezieher. Aber: Es gibt Bezirke, in denen dies für zwei Fünftel der Bevölkerung zutrifft. Menschen mit zu wenig Entfaltungschancen wohnen und leben häufig beieinander. Das verlängert und vermindert den Ausschluss von Möglichkeiten sich zu entwickeln.
    Wie sind wir zu unseren Ergebnissen gekommen?

    Wir haben in der amtlichen Statistik Messgrößen für bestimmte Themen gesucht. Für die Umweltqualität konnten wir uns z.B. ansehen, wie viele Menschen auf einem Quadratkilometer zusammenleben (Bevölkerungsdichte). Eine sehr hohe Bevölkerungsdichte führt zu einem sehr niedrigen Wert – und umgekehrt. Weiter haben wir uns für die Umweltqualität daran orientiert, wie viele Häuser mit mehr als sieben Wohnungen es in einem Bezirk gibt. Je mehr Häuser mit vielen Wohnungen, desto niedriger der Wert – und umgekehrt.

    Insgesamt haben wir zwölf solcher Messgrößen verwendet. Uns ging es neben dem Wohnen um die Plätze in Kindertagesstätten und Grundschulen, um den Anteil der Frauen, die mehr als nur geringfügig beschäftigt sind, um den Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund und um die Bezieher*innen von SGB-Leistungen. Wenn ein Bezirk es bei vielen Messgrößen jeweils nur zu einem niedrigen Wert geschafft hat, dann hat er insgesamt nur wenige Punkte.

    Die Ergebnisse schwanken von 25 Punkten für den Bezirk Schinkenplatz und 215 Punkten für den Bezirk Traar-West. Das ist eine extrem hohe Spannweite. Wir haben sie durch die Bildung von Gruppen und Durchschnitten gemildert. Gleichwohl ist das, was als Segregation bezeichnet wird, in Krefeld sehr stark ausgeprägt.

    Nun stellen wir die Messgrößen ein wenig genauer vor:

    Die Ergebnisse im Detail: Welche Messgrößen wir benutzen:
    1. Bevölkerungsdichte und ökologische Lebensqualität:
      Viele Menschen müssen sehr dicht aufeinander leben. Die ersten Wahrnehmungen der Umwelt sind Lärm, Gestank, Beton und Asphalt. Grün, Stille, Weiträumigkeit – was uns Ruhe und Ausgleich verschafft, das fehlt.
    2. Bildung:
      Wer am leichtesten Entfernungen überbrücken kann, für den liegen Kindertagesstätten und Grundschulen meist in der Nähe. Wer sich schwertut, sein Kind betreuen zu lassen, weil er kein Auto hat oder zu wenig Geld, der hat noch dazu größere Entfernungen zurückzulegen. Besser eine Betreuung in einem ehemaligen Ladenlokal als hoch getunte Kinderzentren.
    3. Erwerbstätigkeit:
      Am Erwerbsleben teilzunehmen, sollte heißen: seine Fähigkeiten unter Beweis stellen zu können, mit Menschen zusammen etwas zu leisten, nicht nur sinnlose Tätigkeiten, Stress, Konkurrenz, Hierarchien und Meetings. Weibliche Erwerbstätigkeit, sofern sie nicht ohnehin nicht nur nötig, sondern auch gewünscht ist, enthält einen Akzent der Qualifikation und der Motivation gegenüber der Erwerbsbeschäftigung insgesamt. Hier führt uns ein Umweg zum Ziel, aber dafür ist er sehr aussagekräftig.
    4. Wohnen:
      Viele Menschen können sich ein Zuhause, das ihnen Ruhe und Platz zur Entfaltung bietet, schlichtweg nicht leisten. Sie müssen mit lauten, engen und teuren Buden vorliebnehmen.
    5. Migration:
      In vielen Stadtteilen haben mehr als die Hälfte oder sogar zwei Drittel der Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Das ist also eher ein selbstverständlicher Teil des Lebens. Die Kulturen kommen in Berührung. Erfahrungen werden ausgetauscht. Horizonte öffnen sich. Vielfalt ist Reichtum.
    6. SGB-Leistungsbezieher*innen:
      Vielen Menschen fehlt es an Mitteln, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Daher bedürfen sie der Unterstützung. Der Missbrauch von Leistungen ist dabei recht selten. Viel häufiger wird aber mit Armut und Wohnungsnot noch richtig Geld verdient.

    Zusatz: Angaben zu gesundheitlichen Verhältnissen fehlen auf kleinräumlicher Ebene leider vollständig. Sie müssten aus anderen Quellen rückerschlossen werden.

    Die Ergebnisse im Detail: Was sagt das für die Sozialräume aus?

    Wir haben sechs Gruppen mit jeweils sieben Sozialräumen gebildet. Die Gruppe mit den deutlichsten Bevorzugungen hat ein Fünffaches mehr an Lebensgunst aufzuweisen als die Gruppe, welche das Schlusslicht bildet! Was als Fachausdruck Segregation heißt, das ist in der Stadt Krefeld so deutlich ausgeprägt wie sonst nur im Ruhrgebiet oder in Regionen Ostdeutschlands.

    Um zu verhindern, dass sich die Ungleichheit noch weiter verfestigt, sind zahlreiche und teils kleinteilige Maßnahmen erforderlich. Ein Beispiel: Bestens ausgestattete Kinderbetreuungseinrichtungen helfen wenig, wenn sie für viele nur schwer zu erreichen sind.

    1. In der ersten Gruppe leben mit fast 60.000 Menschen ein Viertel der Bevölkerung. Es sind die Innenstadtbezirke Schinkenplatz, Stephanplatz, Vier Wälle, Südring und Stadtgarten sowie die Bezirke Bleichpfad und Lehmheide. Hier ist eine krasse Benachteiligung zu verzeichnen.
    2. Die zweite Gruppe umfasst die Bezirke Hammerschmidtplatz, Dießem, Benrad-Nord, Stahldorf, Inrath, Oppum und Baackeshof. Hier leben über 40.000 Menschen, die von deutlichen Benachteiligungen betroffen sind.
    3. Die dritte Gruppe umfasst Uerdingen-Markt, Elfrath, Gartenstadt, Linn, Cracau, Uerdingen-Stadtpark und Gatherhof mit fast 40.000 Menschen. Hier sind die Lebensverhältnisse schon leicht überdurchschnittlich.
    4. In der vierten Gruppe leben fast 30.000 Menschen. Hier sind die Bezirke Kempener Feld, Tierpark, Königshof-West, der Ortskern Hüls, Lindental/Tackheide, Hohenbudberg und Königshof. Hier können die Lebensverhältnisse als recht auskömmlich angesehen werden.
    5. Die fünfte Gruppe mit fast 40.000 Menschen umfasst Niederbruch, Roßmühle/Steeg, Fischeln-West, Oppum-Süd, Fischeln-Ost, Sollbrüggen und Kliedbruch. Hier wird schon grün und recht angenehm gelebt.
    6. In der sechsten Gruppe mit fast 30.000 Menschen sind die wohlständigen und teils ländlichen Bezirke Stadtwald, Gellep-Stratum, Forstwald, Traar-Ost, Flöthbach/Plankerdyk, Verberg und Traar-West versammelt.
    Wer möchte sich gern näher informieren?

    Wer sich für diese Arbeit näher interessiert, kann uns gerne eine Mail schreiben. Wir schicken ihm dann eine excel-Datei mit unserer Auswertung.

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  • Bezahlbares Wohnen vs. renditeorientierter Wohnbau

    Bezahlbares Wohnen vs. renditeorientierter Wohnbau

    Bezahlbares Wohnen vs. rendite­orientierter Wohnbau

    Bezahlbares Wohnen vs. rendite­orientierter Wohnbau

    6,36 €/qm-Miete im Sozialen Wohnungsbau -
    oder 23,66 €/qm im renditeorientierten Wohnungsbau?

    Krefeld: Bauen nach Investorenart

    Ein Investor baut in Krefeld-Bockum an der Uerdinger Str. 245 neue Wohnungen. Generalpächter ist die Schönes-Leben-Gruppe. Ein Beispiel: Die Miete für eine Wohnung mit 74 qm beträgt 23,66 €/Monat, das macht 1.750 €. Tröstlich: Die Miete ist indexiert…

    Quelle: krefelder-hoefe.de

    Der Durchführungsvertrag mit der Krefelder Hof Hotel GmbH als Vorhabenträger wurde im Rat am 29.08.2024 beschlossen, und zwar mit Mehrheit gegen die Stimmen der FDP, der Linken, der Freien Wähler sowie Björna Althoff bei Stimmenthaltung von Jan Hertzberg (Die Partei). Mithin haben AfD, CDU, Grüne und SPD diesem Vorhaben zugestimmt! Dazu haben wir noch eine Ergänzung: In Krefeld plakatiert die AfD:

    Und in ihrem deutschlandweiten Programm heißt es: Instrumente wie die Mietpreisbremse oder einen Mietendeckel lehnt die AfD ab und bezeichnet diese als „Investitionshemmnisse“ (Quelle: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg).

    Willich-Schiefbahn: Sozialwohnungen mit KfW 40-Standard

    Es geht aber auch völlig anders. Die Stadt Willich hat in Schiefbahn 30 Sozialwohnungen mit KfW-40-Standard und Fußbodenheizung gebaut. Alle Wohnungen haben Balkon/Terrasse, bodentiefe Fenster und sind barrierefrei. Die Gebäude werden in Holzbauweise errichtet. Die Mieten betragen ab 6,36 €/qm bei einer 2-Zimmer-Wohnung und ab 6,77 €/qm bei einer 3-Zimmer-Wohnung. Neben der Stadt Willich beteiligen sich die NRW-Bank und die KfW.

    Quelle: werkn.de

    LUKS fordert:
    Die Stadt Krefeld muss sich über die Wohnstätte viel stärker im sozialen Wohnungsbau engagieren! Wohnprojekte von Investoren mit hochpreisigen Mieten sind exakt der falsche Weg, um dem Mangel an bezahlbaren Wohnraum zu begegnen!

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  • Bauen und Wohnen in Krefeld – Die LUKS bezieht Position

    Bauen und Wohnen in Krefeld – Die LUKS bezieht Position

    Bauen und Wohnen in Krefeld – Die LUKS bezieht Position

    Wir haben uns eingehend mit den Verhältnissen auf dem Wohnungsmarkt in Krefeld beschäftigt. Das Thema brennt den Menschen unter den Nägeln. Wir haben Forderungen aufgestellt, mit denen wir auf die unhaltbare Situation reagieren. Im Anschluss bieten wir vertiefende Informationen zum Thema.

    Unsere Forderungen

    1. 1.Sofortige Einführung eines qualifizierten Mietspiegels mit angemessener Berücksichtigung der Bestandsmieten. Derzeit machen neue Mietangebote 90 % der Bewertungsgrundlage aus.
    2. 2.Stärkere Mietminderung bei schlechtem Sanierungszustand als bisher im Mietspiegel vorgesehen.
    3. 3.Verminderung der nicht bedarfsgerechten Nutzung von Wohnraum durch Einrichtung einer Tauschbörse für Jung/Alt mit städtischer Förderung.
    4. 4.Massive Verstärkung der Bautätigkeit der Wohnstätte. Sie muss schnellstmöglich dazu übergehen, ihren Bestand an Sozialwohnungen jährlich um 5 % zu erhöhen.
    5. 5.Sofortprogramm zur Bekämpfung des Leerstandes durch geeignete Maßnahmen wie Instandsetzung auf Kosten der Eigentümer, Enteignung oder Übernahme durch die Wohnstätte. Der Langzeitleerstand muss jährlich um 500 Wohneinheiten reduziert werden.
    6. 6.Kehrtwende in der städtischen Bebauungsplanung. Schluss mit Projekten wie dem Uerdinger Rheinufer oder dem Krefelder Hof an der Uerdinger Str., die dem tatsächlichen Bedarf in keiner Weise entsprechen. Stattdessen Förderung des Baus von kleinen, preiswerten, ökologischen und innenstadtnahen Wohnungen in Standardbauweise.
    7. 7.Umwandlung von leerstehenden Büroflächen in Wohnungen.
    8. 8.Durchsetzung der Sozialpflichtigkeit des Eigentums – keine Luxussanierungen, keine neuen Luxuseigentumswohnungen.
    9. 9.Durchsetzung des Vorkaufsrechts der Kommune bei Grundstücksverkäufen.
    10. 10.Förderung von Wohngenossenschaften.
    11. 11.Einsatz der Kommune für die Wiedereinführung der Gemeinnützigkeit im Wohnungsbau.
    12. 12.Einsatz der Kommune für eine wirksame Mietpreisbremse.
    13. 13.Einsatz der Kommune für eine Überarbeitung der Förderung von Modernisierungsmaßnahmen, die einseitig die Vermieter bevorzugen.
    14. 14.Kein Verkauf öffentlichen Grund und Bodens mehr an Private, stattdessen Vergabe in Erbpacht.

    Einige Informationen zum Mietmarkt

    In Krefeld gibt es 125.000 Wohnungen. Jedes Jahr kommen nur zwischen 200 und 400 neue Wohnungen hinzu.

    2014 gab es noch 7.500 Sozialwohnungen. 2023 waren es noch 5.200. Bis 2035 soll die Zahl auf unter 3.000 sinken. Das wären dann noch weniger als 2,4 %.

    Im Besitz von kleinen Eigentümern sind 71.000 Wohnungen. Gemeinschaften von Wohneigentümern halten 30.000 Wohnungen. Kommunale Unternehmen und Genossenschaften bieten 10.500 Wohnungen an. Die private (Wohnungs-)wirtschaft verfügt über 10.000 Wohnungen.

    Eigentum und Miethöhe hängen eng zusammen. 2022 wurden in Deutschland im Durchschnitt die folgenden Nettokaltmieten pro qm genommen.

    Wohnungsgenossenschaften: 5,93 €

    Kommune oder kommunale Unternehmen: 6,17 €

    Private Vermieter: 7,06 €

    Private Wohnungswirtschaft: 7,59 €

    Andere private Unternehmen: 8,57 €

    Gemeinschaften von Wohnungseigentümern: 8,58 €.

    Der Wohnungsmarkt weist weniger Bewegung auf als es die verzweifelte Wohnungssuche vieler Menschen vermuten lässt. 2024 wurden ca. 3.400 Wohnungen angeboten. 60 % der Angebote lagen in der Stadtmitte, in Cracau, Dießem oder Lehmheide. Aber dort wohnt nur ein Drittel der Bevölkerung. Im neu vermieteten Bestand beträgt die Mieter dann ca. 9,50 €/qm. Vor drei Jahren waren es noch fast 20 % weniger.

    Ein Drittel der Haushalte in Großstädten muss mehr als 40 % des Einkommens für die Miete ausgeben.

    Der Mietspiegel muss eigentlich richtig Mieterhöhungsspiegel genannt werden. Da er überwiegend Neuvermietungen erfasst, gibt er nur die Schritte zur Mieterhöhung vor. In keiner Weise dient der Mietspiegel der Steuerung der Mietentwicklung.

    Die öffentliche Hand muss die stark steigenden Mieten massiv stützen. Über das Jobcenter sind 2023 mehr als 80 Mio. € an die Vermieter geflossen. Mit seinen Richtwerten geht das Jobcenter deutlich über den Mietspiegel hinaus. Die Stadt Krefeld hat 2023 über 16 Mio. € an Wohngeld gezahlt.

    Einige Informationen zum Thema Sanierung und Neubau

    In Krefeld liegen die Preise für Neuverkäufe von baureifem Bauland viel höher als in NRW. Der Durchschnittspreis der Verkäufe 2015-2024 liegt in Krefeld bei 335 €/qm und in NRW bei 186 €/qm. Das weist auf Spekulation hin. Die Mieten in Krefeld sind im Verhältnis noch eher niedrig. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an steigende Renditen.

    Der Gutachterausschuss weist einen Index für die Bodenpreise aus, der eine starke Steigerung zeigt. Bei einem Index von 100 für 2015 stieg dieser bis 2024 auf 187.

    Wir gehen davon aus, dass der Bauüberhang (also die Zahl der Baugenehmigungen, denen kein Baubeginn oder keine Baufertigstellung gegenübersteht) in Krefeld ähnlich hoch ist wie in Deutschland. 2021 gab es bei 328.000 Baugenehmigungen und 356.000 Baufertigstellungen einen Bauüberhang von 850.000. Das ist ein klares Indiz dafür, dass mit den geplanten Bauten spekuliert wird – durch Warten auf höhere erzielbare Preise und/oder durch teils mehrfachen Eigentümerwechsel.

    Auch der Leerstand ist zum großen Teil ein Instrument der Spekulation. In Krefeld beträgt bei den leerstehenden Wohnungen die Quote des Leerstandes von länger als sechs Monaten 40 %.

    Zur Höhe gibt es unterschiedliche Angaben. Sie reichen von 4 % laut dem Zensus von 2022 bis zu einer enger gefassten Quote von 4,9 % im Jahr 2024. Das entspricht in absoluten Zahlen 5.000 bis über 6.000 leerstehenden Wohnungen.

    Quellen:

    Statistisches Jahrbuch Krefeld 2023

    NRW.BANK Wohnungsmarktbeobachtung – Wohnungsmarktprofil 2023, Januar 2024

    Statistisches Bundesamt, Zensus 2022, Gebäude- und Wohnungszählung

    it.nrw, Regionaldatenbank 4000W-0006, Mai 2025

    Engel & Völkers, Marktreport 2025 Krefeld

    NRW.BANK (s.o.)

    Mieterbund NRW laut RP 25.07.25

    Bundesagentur für Arbeit – Statistik (ID 729)

    it.nrw, Wohngeldstatistik

    it.nrw, Regionaldatenbank 61511-01-03-3

    Gutachterausschuss für Grundstückswerte Krefeld, Grundstücksmarktbericht 2025

    aktuelle-grundstueckspreise.de – Abruf 12.08.25

    Statistisches Bundesamt, Zensus 2022 (s.o.)

    Empirica, Wohnreport Kreisreport 05114 (Krefeld), Juli 2025

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