Innerhalb weniger Tage wurden in Krefeld zwei Kostenentscheidungen zum Wasserverbrauch entschieden, die die Ratsgruppe LUKS kritisiert.
Im Rat am 11.12. stand auf der Tagesordnung unter anderem die Änderung der Abwassergebührensatzung. Mit einer Gebührenreduktion soll die Einleitung von Grundwasser in das Kanalnetz nicht mehr 1,52€ je Kubikmeter, sondern nur noch 0,55€ kosten.
Ratsherr Marcus Lamprecht bewertet dies kritisch: „In Zeiten des Klimawandels und belasteter Gewässer müssen wir mit Grundwasser sparsamer umgehen und jeden Verbrauch überdenken – auch solchen beim Neubau. Mit einer so drastischen Kostenreduktion setzt die Kommune absolut falsche Anreize. Es ist für die Ratsgruppe LUKS nicht nachvollziehbar, dass wir hier die einzigen im Rat waren, die gegen diese rückwärtsgewandte Anpassung gestimmt haben. Auch aus haushalterischer Sicht ist es fragwürdig, auf solche Einnahmen zu verzichten, die gleichzeitig eine Lenkungswirkung hätten.“
Während die Gebühren für die Einleitung von Grundwasser erniedrigt wurden, gaben die Stadtwerke kürzlich bekannt, die Trinkwassergebühren zu erhöhen. Hierzu äußert sich LUKS-Ratskollegin Björna Althoff: “Auch die Krefelder Haushalte müssen Wasser sparen. Es ist für uns allerdings bei all den steigenden Lebenshaltungskosten sozial nicht nachvollziehbar, dass ein kommunales Stadtwerk die Preise für das Grundbedürfnis Wasser erhöht – ohne sozial gerechte Staffelung, bei welcher z.B. Haushalten ein niedriger günstiger Grundbedarf zugestanden wird, während Vielverbraucher*innen progressiv zahlen. Intransparent sind zudem die Gründe für die Kostensteigerung beim Systempreis, welcher die Kosten des Betriebs und Wasserversorgungssystem abdeckt, aber insbesondere dem Mengenpreis: Die Stadtwerke selbst zahlen für die Entnahme des Grundwassers nur 5 Cent je Kubikmeter. Das ist im bundesweiten Vergleich denkbar niedrig und die Entnahmegebühr wurde seit 2015 in NRW nicht mehr erhöht, daher ergibt es auch keinen Sinn, den Mengenpreis zu erhöhen.“
Für die Ratsgruppe LUKS sind diese Entscheidungen weitere Fehlentscheidungen in der Krefelder Wasserpolitik: Weiterhin fehle es an einer Modernisierung der Wasseraufbereitung der Kläranlagen in Form einer vierten Klärstufe welche für die Wasseraufbereitung hinsichtlich schwer abbaubarer Spurenstoffe wie Mikroplastik, Phosphor und PFAS notwendig ist. Auch mangelt es laut LUKS an der Erfassung und Transparenz bei Wasserentnahmen, Anpassung der Rohrleitungen an Verbrauchsreduktion sowie einem adäquaten Umgang mit PFAS-Schadstoff-Funden.
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